INTERCULTURAL TRAINERS KIT

INTERCULTURAL TRAINERS KIT
FOR MIGRANTS’ EDUCATORS

Förderung von Gleichheit, Toleranz, Vielfalt und Inklusion

Unterrichtsmethoden: Eisbrecher-Übungen

  • Faktor #5: Gefühl der Ausschließung aus der Gruppe (Klassenkameraden)

Bei der Arbeit mit multikulturellen Lerngruppen ist die Entwicklung effektiver und angemessener Beziehungen und Interaktionen von großer Bedeutung – zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur sowie innerhalb heterogener Gruppen. Interkulturelle Kompetenzen ermöglichen es, das Bewusstsein für die Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Menschen zu teilen und dadurch Risiken wie etwa das Bilden von Stereotypen oder das Verwerfen kultureller Vielfalt zu vermeiden. Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund haben aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen mit Rasse, Geschlecht, Religion usw. unterschiedliche, aber gleichermaßen wesentliche Beiträge zu einer interkulturellen Begegnung. Damit die Interaktionen reibungslos verlaufen und Missverständnisse, unangenehme Situationen und Konflikte vermieden werden, müssen sowohl die Mitglieder der Gruppe als auch ihr Erzieher sich der unterschiedlichen Werte, Überzeugungen und Einstellungen bewusst sein, die in dieser spezifischen Gruppe vertreten sind.

In einer multikulturellen Gruppe von Menschen sind verschiedene Kulturen, Religionen, Nationalitäten, ethnischer Gruppen und Hintergründe vertreten. Deshalb ist es für den Pädagogen wichtig, „das Eis zu brechen“, die Mitglieder der Gruppe kennenzulernen und ihnen zu ermöglichen, sich von Anfang an gegenseitig kennenzulernen. Eisbrecher-Übungen können eine sehr wirksame Möglichkeit sein, eine Lerneinheit zu beginnen, Menschen dabei zu helfen, sich kennenzulernen und verschiedene kulturelle Identitäten innerhalb der Gruppe vorzustellen. Durch das Kennenlernen können sich die Teilnehmende stärker und aktiver im Bildungsprozess engagieren und ihre Lernmotivation steigern. Um erfolgreich zu sein, müssen die ausgewählten Eisbrecher-Übungen spezifische Ziele haben und für alle Beteiligten angemessen und komfortabel sein.

Eisbrecher werden normalerweise zu Beginn einer Veranstaltung, eines Meetings, einer Trainingseinheit, einer Lerngruppe usw. verwendet, wenn sich die Leute nicht gut oder überhaupt nicht kennen, sondern sich zu einem bestimmten, gemeinsamen Zweck treffen. Solche Aktivitäten können verwendet werden, wenn:

  • die Teilnehmende unterschiedliche Hintergründe haben;
  • der Unterrichtende die Teilnehmende kennenlernen will, bzw. zum gegenseitigen Kennenlernen unter den Teilnehmenden;
  • eine Gruppe neu gebildet wird und die Mitglieder müssen schnell zusammenfinden, um auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten;
  • die Diskussionsthemen für alle oder manche der Teilnehmenden neu oder sensibel sind.

Eisbrecher sollten entspannend und für die Teilnehmende nicht bedrohlich sein. Im Allgemeinen sollten sie nicht verlangen, dass Personen zu viele persönliche Informationen preisgeben oder enge physische Kontakte zu anderen Personen haben, da dies stressig oder kulturell unangemessen sein kann. Sie sollten die Teilnehmende nicht in Verlegenheit bringen oder bewirken, dass sie sich zur Teilnahme gezwungen fühlen. Sie sollten auch keine Respektlosigkeit gegenüber Kulturen, Religionen, Rassen oder Geschlechtern zeigen. Am Ende jeder Eisbrecher-Übung sollte der/die Trainer*in zusammenfassen, was während der Aktivitäten gelernt wurde, und eine Diskussion beginnen, indem er/sie die Gruppe um Kommentare und Feedback bittet.

Es gibt viele Eisbrecher-Übungen, die jeweils unterschiedlichen Zielen dienen. Im Folgenden finden Sie einige Beispiele für Eisbrecher-Übungen, die zur Einführung in Themen wie Identität, kulturelle Vielfalt, Stereotypen und Inklusion hilfreich sein können.

1. Kulturschock-Spiel
2. Obstschale / Gibt es jemanden, der…
3. Orangen-Übung